L U C K Y    D A Y

Sobald wir glauben, über eine Sache bescheid zu wissen, lassen wir uns oft nicht mehr mit toleranter Aufgeschlossenheit auf neu Erlebtes ein. Wir bestätigen durch unsere eingefahrene Sichtweise nur noch unser vorhandenes Urteil. Wir bestätigen das, was wir schon glauben zu wissen. Wird jedoch unser Vorurteil in nichts bestätigt, ja machen wir sogar eine konträre Erfahrung, so sind wir tief berührt.

Die Arbeit "Lucky Day" deckt unsere Wahrnehmung als einseitige Illusion durch folgende Anordnung auf:
Der Ausstellungsraum ist komplett – bis auf ein schmales Sichtfenster an der Glasfasade – abgedunkelt. Kurz hinter der Glasfasade befindet sich eine Projektionsfläche, auf welche ein Film großflächig projiziert wird. Da das Sichtfenster erheblich kleiner als die Projektion ist, kann von den vorbeigehenden Passanten nur ein Ausschnitt des Films wahrgenommen werden.

Der vorbeigehende Passant
sieht auf der Projektion hinter dem Sichtfenster nur das Gesicht eines harmlosen Mannes, der eine Geschichte erzählt, und damit nur einen Ausschnitt der gezeigten Handlung. Man kann also mühelos die Ausstellung passieren, ohne mehr als einen erzählenden Mann (wie ein Fernseh-Moderator) gesehen zu haben.

Der Betrachter ist gezwungen näher heranzutreten, um die eigentliche Handlung wahrnehmen zu können. Sobald sich der Passant auf die Arbeit einläßt und näher an das Sichtfenster herantritt wird für Ihn der gesamte Film einsehbar.

Der scheinbare Fernseh-Moderator entpuppt sich als Fixer beim Drogenkonsum. Die Geschichte, die der Mann erzählt, hat nichts mit der Handlung zu tun, die er vollbringt.

 

P h o t o s F i l m B a c k